Mit den beiden Eaux de Parfum Danger Eau und Billion Dollar Oud möchte ich unsere Wochen-Serie zu House of Fanatics abschließen. Zuvor habe ich Euch bereits in meinen Beiträgen House of Fanatics – Die Marke mit den besonderen Flakons und Wondermusk und Don’t Call Me Rose von House of Fanatics – Rebellion trifft Eleganz die ersten vier Kreationen des Labels mit Sitz in Barcelona vorgestellt.

Auf die beiden heutigen Düfte bin ich besonders gespannt. Zum einen lasse ich mich immer gerne von aquatisch-frischen Kompositionen überraschen, denn zugegebenermaßen gehören diese nicht in mein bevorzugtes, olfaktorisches Beuteschema. Aber ich habe in den letzten Jahren schon so manchen Aquaten kennengelernt, der mich durchaus von sich überzeugen konnte. Mal sehen, wie Danger Eau so ausfallen wird.
Dann haben wir noch Billion Dollar Oud, eine Kreation, die mich namentlich skeptisch werden lässt. Denn wenn ich ehrlich bin, finde ich die Bezeichnung ziemlich plakativ und sie erinnert mich außerdem an bereits bestehende Düfte anderer Marken. Aber ich werde selbstverständlich auch in der heutigen Rezension neutral an den Test der Eaux de Parfum herangehen und wer weiß, vielleicht finde ich ja in einer der beiden Kompositionen einen neuen Liebling, den ich unbedingt haben muss.
Danger Eau – Gefährliche Gewässer
Danger Eau greift duftnotentechnisch ganz tief in die aquatische Kiste. Die Ingredienzien Mandarine, maritime Noten, ozonische Noten, Wacholderbeeren, Iris, Sandelholz, Freesie, Ambra, Benzoeharz und Tonkabohne lassen einen pudrig-frischen Meeresduft erahnen, der durchaus auch warme und sonnige Aspekte in sich tragen könnte. Im offiziellen Produkttext ist vom „samtigen Rauschen der Wellen“, von „einem sinnlichen Moschusmeer“ die Rede.
Tatsächlich gilt bei Danger Eau: What you see is what you get. Der Duft präsentiert sich von Beginn an als leichter, maritim-aquatischer Freshie, aus dem ich zitrisch-herbe, prickelnd-holzige und pudrig-cremige Nuancen herausschnuppern kann. Kein Aqua-Kracher, sondern absolut fein komponiert, transparent und sanft. Sehr modern und entspannt wirkt Danger Eau und gar nicht so gefährlich, wie der Name uns glauben lassen möchte. Warme, ambrierte Nuancen breiten sich nach und nach in dem Eau de Parfum aus, sorgen für wohlige Momente, die die Gelassenheit der Kreation unterstreichen.
Danger Eau ist ein unkomplizierter, eingängiger Aquate, mit dem alle Freunde von maritimen Freshies eigentlich nichts falsch machen können. Sehr sanft und eher zurückhaltend vereint die Kreation zitrische, spritzige, aquatische, pudrige und cremig-warme Nuancen und evoziert so einen erfrischenden, cleanen und aromatischen Duft, der sicherlich viele Fans finden wird. Unisex mit Tendenz zu maskulin, sommerlich, sonnig und zu jeder Gelegenheit passend. 💙
Billion Dollar Oud – House of Fanatics
Nun zu dem Duft, der mich namentlich irritiert – als wäre der Flakon nicht schon Grund zur Irritation genug. 😉 Billion Dollar Oud mag mir vielleicht als Bezeichnung für einen Duft nicht gefallen, die Ingredienzien der Kreation finde ich dagegen mehr als ansprechend. Rosa Pfeffer, Muskatnuss, Safran, Karamell, Hölzer, Cashmeran, Vanille, Ambra und Adlerholz (Oud) klingen nach einer würzig-gourmandigen Kreation, die durchaus nach meinem Geschmack sein könnte. Als „Hochgenuss dieses bestgehüteten Geheimnisses“ preist uns House of Fanatics das Eau de Parfum an und verspricht vollmundig: „Nichts auf der Welt war jemals so süchtig machend, unübertroffen und begehrenswert.“
Dunkel, würzig, ledrig-medizinisch startet Billion Dollar Oud in den Duftverlauf und macht gleich im Auftakt klar, wer hier das Sagen hat. Kräftiger Safran trifft auf rauchig-dominantes Oud und die beiden scheinen ganz auf einer Wellenlänge zu liegen. Nach und nach besänftigen sich die beiden olfaktorischen Kraftprotze. Cremig-holzige und ambriert-pudrige Nuancen sorgen allmählich für Ruhe und Gelassenheit. Ein Hauch von Süße durchzieht die Kreation, sicherlich dem Karamell geschuldet, das sich in die fließenden, geschmeidigen und behaglichen Noten von Billion Dollar Oud einfügt. In der Basis wird der Duft etwas heller und klingt mit zarten, warmen und holzig-rauchigen Facetten aus.
Das Eau de Parfum von House of Fanatics ist weniger gourmandig und süß als erwartet, aber dennoch gefällt es mir eigentlich ganz gut. Sicherlich keine Neuerfindung des Oud-Rads, allerdings auch keine Oudrose und das rechne ich House of Fanatics hoch an. Perfekt für alle, die rauchig-holzige Kompositionen mit Oud und Safran mögen, die kräftig starten und sanft ausklingen. Gerade das Opening würde ich nicht als alltags- und bürotauglich erachten. Eher ein Duft für den Abend oder besondere Anlässe, der aber jahreszeitenunabhängig getragen werden kann.
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