Ich arbeite mich weiter durch das Fanatic Kit von House of Fanatics und nachdem ich Euch hier bereits die Kreation Amber Ghost vorgestellt habe, folgen nun Wondermusk und Don’t Call Me Rose. Beide Flakons sind im typischen, ungewöhnlichen Stil der Marke gehalten, unterscheiden sich farblich jedoch voneinander. Während Wondermusk im weißlich-gräulichen Farbspektrum spielt, hat Don’t Call Me Rose eindeutig eine Vorliebe für Rosa. Die namensgebenden Ingredienzien dürften hier ausschlaggebend sein. Was meint Ihr?

Wie bereits gestern erwähnt, stehen hinter den Kreationen absolut namhafte Parfümeure wie Jordi Fernández, Mylène Alran, Dalia Izem und Gaël Montero. Welcher Duft von wem geschaffen wurde, konnte ich leider nicht herausfinden. Nachdem ich von Amber Ghost gestern bereits absolut angetan war, freue ich mich sehr auf die beiden heutigen Kandidaten.
Wondermusk – hemmungsloser Traum
Ein Duft, den der Pressetext als „hemmungslosen Traum“ bezeichnet und der gleichzeitig in einen ominösen Flakon gewandet ist … ich bin mir nicht ganz sicher, was mich bei Wondermusk erwartet. Die Ingredienzien klingen eigentlich recht umgänglich: Bergamotte, rosa Pfeffer, Rose, Neroli, Moschus und Weihrauch lassen mich zum einen kurz nachsehen, ob ich mich im falschen Tab befinde – nein, alles richtig! –, zum anderen lassen sie mich einen pudrig-floralen und frischen Vertreter seiner Zunft erwarten. Wie sich all dies zusammenfügt, erfahren wir gleich.
Ein hemmungsloser Traum, eine unbekannte Realität breitet sich in einer blumigen Moschus-Amber-Landschaft aus. Zitrusblüten von Bergamotte, Rose und Orange krönen die Komposition aus unbeschreiblichen Empfindungen: Sinnlich, elegant, einzigartig. Ein traumhaft mystischer Abschluss aus warmem Weihrauch und Amber.
Mit frischem, sanftem Moschuspuder startet Wondermusk in den Duftauftakt und erfüllt damit die namentliche Vorgabe schon mal durchaus. Herb-prickelnde Bergamotte und die trockene Schärfe von Pfeffer akzentuieren die kristallinen, synthetisch anmutenden Facetten des Moschus und beleben diese. Sehr hell, minimalistisch und sauber wirkt die Kreation, ein leises, zartes Gemüt, dass so ganz anders auftritt, als der gestrige kraftvolle Amber Ghost. Ein Hauch von frisch gewaschener Wäsche durchzieht die Komposition. Rose und Neroli sind, wenn überhaupt, nur in geringen Maße herausschnupperbar. Ebenso verhält es sich mit dem Weihrauch. Zwar nehme ich im Hintergrund ein dezente, rauchige Nuancen wahr, in erster Linie würde ich dem Harz jedoch die kühle Grundstimmung zuschreiben, die Wondermusk innewohnt.
Das Eau de Parfum ist sehr klar, eher geradlinig strukturiert und ergibt einen runden, in sich stimmigen und harmonischen Mix aus kristallinem Moschus, würzig-zitrischer Frische und einer subtil-rauchigen Kühle. Damit haben wir es hier mit einem echten Sauberduft zu tun, einer minimalistischen, reduzierten und zurückhaltenden, eher hautnah agierenden Kreation, die allen gefallen dürfte, die cleane, unkomplizierte und leichte Kompositionen mit Synthie-Finish suchen. Ein eingängiger Allrounder, der zu jeder Gelegenheit und Jahreszeit tragbar ist.
Don’t Call Me Rose – Okay! Wie dann?
Don’t Call Me Rose möchte also nicht Rose genannt werden. Aber wie dann? Das werde ich gleich für Euch in Erfahrung bringen. In den Ingredienzien findet sich die Blüte, die nicht namensgebend sein möchte, durchaus. Rosa Pfeffer, Apfel, Rosine, Bulgarische Rose, Weihrauch, Veilchen, Virginia-Zedernholz, Patchouli, Vanille und Moschus sind die Zutaten dieses Eau de Parfum, über das die Marke House of Fanatics verlauten lässt: „Aus der Ferne konnte man auf ihrer Haut noch die Spuren des roten Sonnenuntergangs erkennen. Eine orientalische Brise, ein süßer und raffinierter Duft.“ Dann hüpfen wir mal hinein ins Testvergnügen und legen los!
Zumindest am Anfang kann man Don’t Call Me Rose auf jeden Fall als solches bezeichnen. Sehr süße, honigartige Rosennuancen vereinen sich mit trocken-scharfem Pfeffer, pudrig-rauchigem Weihrauch und saftigem Apfel zu einem floral-würzigen und fruchtig-kühlen Mix, den ich zunächst etwas unrund, aber irgendwie spannend finde. Allmählich fügen sich die einzelnen Noten in die (für mich) richtige Bahn. Pudrige Veilchennoten stoßen hinzu, begleitet von ähnlich geartetem, hellen und cleanen Zedernholz, das der Kreation eine gewisse Wärme verleiht. Patchouli und Vanille sorgen nach und nach für cremige, sanft-erdige und lieblich-würzige Akzente, die die Komposition wunderschön abrunden.
Don’t Call Me Rose ist für mich ein heller, transparenter und pudrig-süßer Rosenduft, der würzige, holzige, fruchtige und cleane Aspekte vereint. Und obwohl es genau so nicht genannt werden möchte, ist das Eau de Parfum eine florale Kreation, in deren Zentrum die Königin der Blüten steht. Frühlingshaft-sommerlich, tendenziell eher feminin und dabei zu jedem Anlass tragbar, ist Don’t Call Me Rose ein Blütenduft für alle Freunde von eleganten, modernen und fein ausbalancierten Kompositionen rund um das Thema Rose. Richtig schön! 🩷
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