drei – in unserem Falle drei Düfte, und zwar der restliche Teil der Rania J.-Kollektion, mit der wir gestern schon begonnen hatten. Oud Assam, Rose Ishtar und Lavande 44 heißen die Kandidaten, mit denen wir die Kollektion erstmal beschließen und die uns heute beschäftigen werden.
… aber sie täuschen, die Zutaten. Denn – Oud Assam ist, obgleich ich es Euch nicht wirklih erklären kann, warum (ich nehme an, es liegt an der Oudsorte), ein äußerst wildes Tier: Vergesst die Duftpyramide, ein Zusammenreimen derselben führt auf eine völlig falsche Fährte! Der Auftakt ist animalisch, und zwar ordentlich – ähnliche Noten kenne ich von Xerjoffs Mamluk, ich rieche hier ein gar hübsches Zicklein… allerdings fehlt der Honig, Oud Assam ist in Kopf und Herz unzähmbar. Einzig die Basis versöhnt später mit ein bisschen würzig-vanillecremiger Wärme und einem seidigen Naturell, das an Kurkdjians Oud Mood-Kollektion erinnert. Ansonsten – Wildtieralarm. Und – Leder. Und zwar ordentlich viel Sattelleder. Mamluk ohne Honig meets Tauers Lonestar Memories? Ja, so ähnlich würde ich Oud Assam einstufen. Und was mir besonders gut gefällt: Einmal mehr ein Oud, der nicht wirklich europäisiert wurde. Gefällt mir.
Eine Kämpferin in Form einer Rose – ich bin gespannt. Erst recht, nachdem ich die Inhaltsstoffe gelesen haben: Kopfnote: Bergamotte, Schwarze Johannisbeere, Heidelbeere; Herznote: Damaszener Rose; Basisnote: Sandelholz, Patchouli, Vanille, Heliotrop, Moschus.
Beeren sind immer toll, das muss ich Euch nicht erzählen, oder? Und in Verbindung mit einer üppigen Rose sind sie natürlich ein Traum. Allerdings ist Rose Ishtar mitnichten ausschließlich rosig-fruchtig-frisch, wie man eventuell vermuten könnte, nein. Eigentlich empfinde ich den Duft ganz anders: Schon von Anfang an wohnt ihm eine gewisse metallische Note inne, die mich selbstredend sofort an eine Dorne erinnert – hier besteht eine entfernte Ähnlichkeit mit Etat Libre d’Oranges Eau de Protection, deren Rossy de Palma-Duft. Tja… da haben wir sie ja schon, unsere Kämpferattitüde. Aber diese Kriegerin hat ein sanftes Herz aus Gold: Cremige Vanille heiligt hier wie der Zweck die Mittel und… ich gebe mich geschlagen und… hin. Ein schönes, stolzes, elegantes Weib, meine Lieben!
Der letzte Duft von Rania J. Ist dem Lavendel gewidmet, wie man unschwer am Namen erkennen kann: Lavande 44.
„Lavendel… Die Lavendelfelder, Lavendelblüten, Lavendelessenz, der Süden Frankreichs … Vom Ausland gesehen ist Lavendel eines der Wahrzeichen für Frankreich. Wenn Sie die Augen schließen, diesen wunderbaren Lavendel einatmen und sich von seiner inneren Fülle und Geschichte davontragen lassen, entdecken Sie nach einem Augenblick, dass dieser Lavendel seine Farbe gewechselt hat und üppiger und intensiver geworden ist.“
Lavendel in all seinen Facetten leuchten lässt Madame folgendermaßen: Kopfnote: Bergamotte, Petitgrain; Herznote: Lavendel; Basisnote: Labdanum (Zistrose), Patchouli, Adlerholz (Oud), Vetiver, Tonkabohne, Moschus.
Ranias Lavande 44 strahlt, und zwar durchgehend – Lavendel, von Lila-Blass-Blau und sonnengewärmt bis hin zu Dunkelviolett schillernd. Ambivalent ist er, der Schöngeist, denn er vereint sowohl Kühle, die von erdigen Anklängen getragen wird, als auch jene aromatisch-kräuterige Würzigkeit, die für Lavendel so typisch ist sowie mediterrane Wärme, von Harzen und würzig-vanilliger Tonkabohne. Ein Duft wie ein Bild – aussagekräftig und voller Strahlkraft. Ein charakteristischer Vertreter seiner Gattung, der mit seiner Komplexität bei gleichzeitiger Ausgewogenheit bei mir gut zu punkten vermag. Überflüssig zu erwähnen, meine Lieben: Passt zu beiden Geschlechtern, definitiv!
Und, habt Ihr schon getestet, was spricht Euch an aus der Rania J.-Kollektion?
Ein schönes Wochenende und viele liebe Grüße,
Eure Ulrike.
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